Gute Nachrichten für alle, die mit dem Gedanken spielen, auf ein Elektroauto umzusteigen: Das Förderportal des neuen E-Auto-Förderprogramms für Privatpersonen ist ab sofort über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) offiziell verfügbar. Wer jetzt zugreift, kann beim Kauf eines neuen Elektroautos mehrere Tausend Euro vom Staat kassieren. Doch aufgepasst: Die volle Förderung gibt es nicht für alle. Denn sie erfolgt dieses Mal sozial gestaffelt.
Wer bekommt wie viel Förderung für (s)ein neues E-Auto?
Antragsberechtigt sind nur Privatpersonen mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von maximal 80.000 Euro. Für Familien mit Kindern unter 18 Jahren erhöht sich diese Grenze um je 5.000 Euro pro Kind – bei zwei oder mehr Kindern liegt sie also bei bis zu 90.000 Euro.
Die Förderhöhe richtet sich nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße. Sie beträgt zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Den Höchstbetrag erhalten Haushalte mit niedrigerem Einkommen und mindestens zwei Kindern unter 18 Jahren beim Kauf eines rein elektrischen Fahrzeugs. Gefördert werden reine Batterieelektrofahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge sowie Plug-in-Hybride. Letztere müssen zusätzliche klimaschutzrelevante Anforderungen erfüllen.
Wichtig: Förderfähig ist nur der Kauf oder das Leasing eines erstmals im Inland zugelassenen Neufahrzeugs, das dem Privatvermögen zugeordnet ist. Gebrauchtwagen werden (noch) nicht gefördert.
| zu versteuerndes Haushaltsjahesabkommen | Haushalt ohne Kinder unter 18 Jahren | Haushalt mit einem Kind unter 18 Jahren | Haushalt mit zwei und mehr Kindern unter 18 Jahren |
|---|---|---|---|
| 85.001 bis 90.000 Euro | nicht förderfähig | nicht förderfähig | 4.000 € |
| 80.001 bis 85.000 Euro | nicht förderfähig | 3.500 € | 4.000 € |
| 60.001 bis 80.000 Euro | 3.000 € | 3.500 € | 4.000 € |
| 45.001 bis 60.000 Euro | 4.000 € | 4.500 € | 5.000 € |
| bis 45.000 Euro | 5.000 € | 5.500 € | 6.000 € |
Wann kommt das Geld?
E-Auto kaufen und den Kaufpreis sofort um die berechtigte Förderhöhe reduzieren? Nein, so einfach läuft es nicht. Der Zuschuss wird nicht beim Händler direkt vom Kaufpreis abgezogen, sondern nachträglich ausgezahlt. Die Zuwendung wird als – Achtung, jetzt wird es politisch – nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege der Festbetragsfinanzierung gewährt. Das bedeutet: Wer heute kauft, stellt den Antrag anschließend digital über die Förderzentrale Deutschland und erhält den Betrag nach Bewilligung auf sein Konto überwiesen.
Wichtig: Auch wenn das neue Programm jetzt erst gestartet ist, kannst du auch dann profitieren, wenn du schon in den vergangenen Monaten ein neues E-Auto gekauft hast. Denn die Förderung gilt rückwirkend für alle Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026, damit niemand, der schon früh im Jahr umgestiegen ist, leer ausgeht.
Wie beantragt man die Förderung fürs E-Auto?
Für die Antragstellung wird ein BundID-Konto benötigt – entweder mit der Option „Online-Ausweis“ (also mit dem elektronischen Personalausweis) oder mit einem ELSTER-Zertifikat, das du zum Beispiel für deine digitale Steuererklärung nutzt. Eine einfache Basisregistrierung mit Benutzername und Passwort reicht nicht aus, da das Vertrauensniveau zu niedrig ist.
Der vollständig digitale Antrag führt Schritt für Schritt durch das Verfahren: von Angaben zum Fahrzeug und Haushalt bis zum Upload der erforderlichen Dokumente. Hochgeladen werden müssen der aktuelle Einkommensteuerbescheid, bei Familien mit Kindern zusätzlich ein Kindergeldnachweis sowie bei Plug-in-Hybriden die EU-Konformitätsbescheinigung. Wichtige Fahrzeugdaten werden automatisiert über eine digitale Schnittstelle zum Kraftfahrt-Bundesamt geprüft – Papierkram entfällt weitgehend.
Bei Fragen steht das BAFA unter der Hotline 06196/9081009 sowie per E-Mail an elektromobilitaet@bafa.bund.de zur Verfügung.
Welche E-Autos werden jetzt zum Schnäppchen?
Durch die Förderung sinkt der effektive Kaufpreis besonders für viele kleine und kompakte Elektroautos erheblich. Besonders interessant wird es bei Modellen im Preisbereich unter 30.000 Euro: Ein Kleinwagen wie der Renault 5 E-Tech (Test), der Citroën ë-C3 Aircross (Test) der Dacia Spring (Test) oder auch der Leapmotor T03 (Test) kann für einkommensschwächere Haushalte mit dem Höchstbetrag von 6.000 Euro zur echten Einstiegsgelegenheit werden. Das gilt natürlich auch für kürzlich neu vorgestellte Kleinwagen wie den VW ID. Polo, den Cupra Raval oder den Skoda Epiq.
Auch Fahrzeuge im Mittelklassesegment wie der VW ID.3 (Test), der Opel Astra Electric (Test) oder der Cupra Born (Test) werden durch den Zuschuss merklich günstiger. Inzwischen sind in der Breite auch günstigere E-Autos verfügbar, auch bei zahlreichen asiatischen Herstellern. Das sorgt dafür, dass die Elektromobilität in der Breite bei der Bevölkerung ankommt, sofern man auf ein E-Auto umsteigen möchte.
Hinzu kommt: Zahlreiche Hersteller bieten aktuell zätzliche Rabatte an, was den Kauf eines E-Autos noch einmal verbilligt. Bei Ford winken aktuell zum Beispiel auf fünf Modelle 5.000 Euro Umweltbonus. Peugeot bietet einen Löwenbonus in gleicher Höhe beim Kauf eines aktuellen SUV-Modells. Und auch bei VW kannst du dir bis zu 5.000 Euro ID.-Kaufprämie bei Erwerb eines aktuellen ID.Modells sichern. Ein Extra-Rabatt in Höhe von sogar 6.000 Euro winkt bei Smart, Citroen bietet ebenfalls bis zu 6.000 Euro Extra-Preisvorteil auf vollelektrische Neuwagen. Und das sind nur einige Beispiele.
Das Budget ist begrenzt
Finanzielle Anreize zum Kauf eines neuen E-Autos gibt es vom Staat übrigens nicht unbegrenzt. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro bereit, was für schätzungsweise 800.000 geförderte Fahrzeuge im Zeitraum 2026 bis 2029 reichen soll. Wer also liebäugelt, sollte nicht zu lange warten – die Mittel sind gedeckelt und werden nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben.
Die neue E-Auto-Förderung klingt sozial und könnte die Automobilwirtschaft auch tatsächlich unterstützen. Sie hat aber einen entscheidenden Haken: Wer wirklich wenig verdient, kauft sich kein Neufahrzeug – egal ob mit oder ohne Zuschuss. Die Einkommensgrenze von 80.000 Euro begünstigt primär die obere Mittelschicht, die sich ein E-Auto ohnehin leisten könnte. Zudem kommt der Zuschuss erst nachträglich – die Vorfinanzierung bleibt beim Käufer. Ein Programm, das Wohlhabende subventioniert und Geringverdiener kaum erreicht.
