Außerdem versucht Narwal mit einem geringeren Preis als bei der Konkurrenz und einer Station mit Festwasseranschluss, eine größere Zielgruppe anzusprechen. Zahlt sich Narwals besonderer Weg im Praxistest aus?
Verarbeitung und Einrichtung des Narwal Flow 2
Was zunächst auffällt, ist, dass Narwal beim Flow 2 auf einen klassischen Navigationsturm verzichtet. Stattdessen sitzt die ganze Navigationstechnologie an der Vorderseite des Roboters. Zusätzlich gibt es Sensoren an der Seite, damit der Roboter möglichst kantennah reinigt. Angesichts der Tatsache, dass der Flow 2 über eine Wischwalze verfügt, ist die Bauhöhe von 9,5 cm verhältnismäßig gering. Ja, es gibt Saugroboter-Modelle wie den Roborock Saros 20 Sonic (Test), der gerade einmal 7,95 cm misst. Wichtig zu beachten ist jedoch, dass Saugroboter mit Wischwalze immer etwas höher sind.

Das 36 × 45 × 53 cm große Dock enthält neben dem Zwei-Tanksystem ein Putzmittel, das du unter dem Frischwassertank einsetzt. Und ja, dieses ist bereits im Lieferumfang enthalten. Ansonsten gibt es wie gewohnt eine Absaugfunktion sowie die Moppwäsche mit 100 Grad heißem Wasser und die anschließende Trocknung mit 45 bis 60 Grad heißer Luft.

Für die Bedienung des Saugroboters lädst du dir die Narwal-App herunter. Die Einrichtung in der App dauert etwa fünf Minuten, ehe du den Roboter zur Kartierung losschicken kannst. Das Mapping geht zügig, ist aber nicht fehlerfrei. Der Roboter teilt unsere Testfläche in zwei Räume ein. Das ist aber kein Problem, da du im Nachgang Änderungen in der Karte vornehmen kannst. Genial ist zudem, dass der Flow 2 Möbel und Gegenstände identifiziert und auf der Karte anzeigt.
Funktionen der Narwal-App
Die Narwal-App ist übersichtlich und bietet die Kernfunktionen, die man für einen Saugroboter benötigt. Allerdings gibt es nicht so viele detaillierte Einstellungsmöglichkeiten wie das etwa bei Roborock oder Dreame der Fall ist. Vor allem was die Anpassung in Bezug auf die Teppichreinigung angeht, hängt Narwal hinterher.

Eine Smart-Home-Anbindung in Form von Matter fehlt ebenfalls. Vor allem Roborock (Vergleich), aber auch andere Hersteller wie Dreame oder Ecovacs bieten die Kompatibilität bereits oder haben sie offiziell angekündigt. Was hingegen negativ auffällt, sind die zahlreichen Typo-Fehler in der App.
Saug- und Wischleistung des Narwal Flow 2
Bei der Saugleistung befindet sich der Narwal Flow 2 auf Top-Niveau. Er fühlt sich auf Fliesen und Hartböden pudelwohl. Dank des 31.000 Pa starken Motors lässt der Roboter in der Praxis kaum etwas liegen. Da Narwal aber auf eine ausfahrbare Seitenbürste verzichtet, ist das Ergebnis in Ecken nicht so gut. Dafür werden aber Haushalte mit Vierbeinern ihren Gefallen an dem Sauger finden. Denn verhedderte Haare sind bei diesem Modell kein Thema – auch nicht bei der Seitenbürste.
| Testvolumen (g) | Ansaugvolumen (g) | Effizienz (%) | |
|---|---|---|---|
| Haferflocken (Fliesen) | 10 g | 9,8 g | 98 % |
| Haferflocken (Teppich) | 10 g | 9,6 g | 96 % |
| Sand (Teppich) | 10 g | 9,4 g | 94 % |
Auf unserem Testteppich hinterlässt er einen soliden Eindruck. Dabei setzt Narwal auf einen genialen Clou. Denn die Hauptbürste wird auf Teppichen heruntergepresst, um eine höhere Saugeffizienz zu gewährleisten. Ein gleiches Vorgehen hat sich bereits bei Saugrobotern von Ecovacs ausgezahlt. Auch wenn die Leistung, wie bei allen Saugrobotern, etwas sinkt, ist sie dennoch dem Kaufpreis von 1.299 Euro entsprechend. Nur bei feinem Schmutz wie Sand, wird der geringe Leistungsabfall deutlich.

Das Highlight ist ohne Frage die Wischfunktion. Narwal setzt wie beim Vorgänger auf eine Wischwalze. Hierbei wird das Wischtuch kontinuierlich gereinigt, während ein Schaber Schmutzrückstände trennt. Das Abwasser wird dabei in einem separaten Tank gesammelt. Das Wischergebnis ist sehr gut. Eingetrockneten Senf oder Ketchup entfernt der Putzroboter mühelos. Auch die Tatsache, dass er mit heißem Wasser wischt, hat ihren Anteil am Erfolg. Zudem klappt auch die Teppicherkennung problemlos. Der Flow 2 hebt die Wischwalze um 12 mm an, bevor er auf Teppiche fährt.

Was beim Saugen eine Mini-Schwäche ist, ist beim Wischprozess die große Stärke: die Ecken- und Kantenreinigung. Grund hierfür ist, dass die Wischwalze bei Bedarf nach außen fährt. Ein Vorteil, der auch die Reinigung rund um Tisch- und Stuhlbeine verbessert.
So gut navigiert sich der Narwal Flow 2 durch die Testfläche
Bezüglich der Hinderniserkennung zeigt der Narwal Flow 2 ein sehr starkes Bild. Insgesamt reiht sich der Flow 2 bei den Robotern mit der besten Navigation und Hinderniserkennung ein. Sogar Kabel und auch Socken erkennt er problemlos. Hinzu kommt, dass der Roboter auch nicht gegen Stuhl- und Tischbeine fährt. Zudem sitzt an der Seite ein Lidar-Sensor, der dem Roboter dabei hilft, so nah wie möglich an Hindernissen und Kanten zu reinigen. In Sachen Türschwellenerklimmung ist der Roboter dagegen etwas limitiert. 4,4 cm hohe Schwellen sind kein Problem und beachtlich. Jedoch sind Konkurrenzmodelle in der Lage, noch höhere Schwellen zu passieren.

Was den Akkuverbrauch angeht, hat Narwal schon immer in der höchsten Liga mitgespielt. Gleiches gelingt auch beim Flow 2. Wenn der Roboter für 30 Minuten mit maximaler Power die Wohnung putzt, stehen immer noch 72 Prozent Restakku auf dem Tacho. Zum Vergleich: Der aktuell beste Saugroboter (Test), hat nach 30 Minuten noch 83 Prozent Restakku.
Fazit: Der Narwal Flow 2 macht Druck auf Konkurrenten
Der Narwal Flow 2 bietet die aktuell beste Wischleistung auf dem Saugroboter-Markt. Grund dafür ist die Wischwalze, die auch in Ecken und an schwer erreichbaren Stellen für Sauberkeit sorgt. Zudem handelt es sich um einen der flachsten Saugroboter mit Wischwalze. Also gelangt er unter deutlich mehr Möbel als Modelle mit Navigationsturm.

Abstriche musst du lediglich beim Saugergebnis in Ecken hinnehmen, da auf eine schwenkbare Seitenbürste verzichtet wird. Außerdem fallen die zahlreichen Typo-Fehler in der deutschen App-Sprachausgabe negativ auf. Preislich liegt der Flow 2 unter den meisten Flaggschiffen. Der Preis liegt bei 1.299 Euro. Wenn du die Station mit Festwasseranschluss möchtest, zahlst du 1.499 Euro.

Vorteile:
- Beutelloses Design
- Starke Kantenreinigung
- Trotz Wischwalze verhältnismäßig flach
- Beeindruckende Wischleistung
- Variante mit Festwasseranschluss verfügbar
Nachteile:
- Keine ausfahrbare Seitenbürste
- Erklimmt “nur” 40mm hohe Schwellen
- Viele Typo-Fehler in der deutschen App
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