Wenn Apple im September seine neuen iPhones vorstellt, könnte in diesem Jahr erstmals ein völlig neues Format dabei sein. Aktuellen Gerüchten zufolge arbeitet das Unternehmen am iPhone Ultra, dem ersten eigenen faltbaren Smartphone. Die Hardware hält Apple wie üblich noch unter Verschluss. Bei der Software gibt es aber schon jetzt einen ungewöhnlich konkreten Vorgeschmack: In der aktuellen Beta-Version von macOS 27 lässt sich das Fenster des sogenannten iPhone Mirroring auf dem Mac frei vergrößern und verkleinern. Dadurch ändern sich Formfaktor und Seitenverhältnis des ferngesteuerten iPhones mit iOS 27. Das zeigt, wie vorbereitete Apps auf einem breiteren, faltbaren Display aussehen könnten.
Aufgeklapptes iOS: Das iPhone nähert sich dem iPad
Sollte Apple in der Tat an einem faltbaren iPhone arbeiten, muss das Unternehmen aus Kalifornien nicht nur die Hardware anpassen. Auch die Software muss so verändert werden, dass sich Apps im Inneren des aufgeklappten Smartphones nicht nur wie eine größere Version anfühlen. Apples Entwickler können sich hier an einer bereits existierenden Lösung orientieren: dem iPad. Viele grundsätzliche Ideen, die man dort seit mittlerweile vielen Jahren kennt, können übernommen werden.
Dank des iPhone Mirroring, das aufgrund des DMA weiterhin nicht in der EU verfügbar ist, kann man schon heute ahnen, in welche Richtung sich das Design entwickeln könnte. Wie bereits eingangs erwähnt, ist es mit iOS 27 und macOS 27 jetzt möglich, das Fenster auf dem Mac frei zu verändern. Aus dem schmalen und hohen iPhone wird dann auf Wunsch ein „aufgefaltetes“ Smartphone. Hier ein Blick auf ein Bildschirmfoto der Mail-App im iPhone Mirroring:

Wie du siehst, ergibt sich durch den größeren Bildschirm ein ganz neues Bild für die App. Du hast viel mehr Raum, was für mehr Übersicht sorgt. Gleichzeitig verdecken geöffnete Kontextmenüs nicht gleich die gesamte App. Ein klarer Gewinn für die Produktivität, sollte Apple ein faltbares iPhone in dieser Form umsetzen.
Ähnlich sieht es auch beim Kalender aus. Vor allem wenn du mehrere aktive Kalender nutzt, wird es auf dem klassischen iPhone-Display schnell eng und du verlierst die Übersicht. Im neuen Format siehst du auf den ersten Blick direkt mehr Informationen:

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der aktuellen Wetter-App. Du siehst im Breitformat auch ohne Scrollen mehr Daten. Zur Navigation zwischen verschiedenen Orten steht dir auch hier auf Wunsch eine Seitenleiste parat.

Wenn du bereits ein iPad besitzt, werden dir diese Layouts bekannt vorkommen. Hier ist aber wichtig zu erwähnen, dass es sich bei den gezeigten Anwendungen nur um die aktuellen iPhone-Apps handelt. Es ist also gut möglich, dass Apple mit einer offiziellen Vorstellung des iPhone Ultra weitere Anpassungen vornimmt. Die echten Foldable-Apps könnten also noch weitere Veränderungen mit sich bringen.
Nicht jede App macht mit
In meinen Versuchen wollte ich natürlich auch sehen, wie sich Apps von Drittanbietern verhalten. Hier wurde aber schnell klar, dass zum aktuellen Zeitpunkt nicht einfach zum Beispiel existierende iPad-Versionen der Apps geöffnet werden. Das Fenster des iPhone Mirroring auf dem Mac konnte ich in diesen Fällen nicht mehr beliebig anpassen.
Bei einer eigenen App, die ich bereits mit den aktuellen Entwicklerwerkzeugen für iOS 27 erstellt hatte, konnte ich das Fenster jedoch frei anpassen. Die App reagierte wieder auf das breite Format.
Ob Apple auf echter Hardware später iPad-Layouts übernimmt, bleibt offen. Einige offizielle Entwicklerhinweise zu iOS 27 deuten aber eher darauf hin, dass iPhone-Apps selbst flexibler werden sollen. Apple erklärt Entwicklern, dass iPhone-Apps im iPhone Mirroring auf dem Mac zwar frei skalierbar sind, aber weiterhin als iPhone-App laufen. Statt auf ein iPad-Layout umzuschalten, sollen sie ihre Oberfläche an die verfügbare Fläche anpassen.
iPhone Mirroring aktuell unvollständig
Zurück zum aktuellen Stand. Was sich derzeit im iPhone Mirroring nicht testen lässt, ist eine größere Ansicht des Home-Screens. Hier lässt sich die Größe des Mac-Fensters erneut nicht beliebig anpassen.
Etwas anders sieht es beim Kontrollzentrum aus. Es ist vorhanden und lässt sich in der breiten Ansicht öffnen, wirkt aber unvollständig. Wie bei den anderen Screenshots handelt es sich aber wohlgemerkt weiterhin nur um die Beta-Version von iOS 27.

Optisch liegt es nah am Kontrollzentrum des iPad, mit dem Unterschied, dass es hier auf der linken Seite des Bildschirms zu sehen ist. Wie beim iPad nutzt es damit nicht das gesamte Display.
Fazit: Kein Leak, aber ein deutlicher Fingerzeig
Das iPhone Mirroring zeigt nicht, wie Apples erstes Foldable am Ende wirklich aussehen wird. Dafür fehlen weiterhin der Home-Screen, die echte Hardware und wahrscheinlich auch spezielle Anpassungen, die Apple erst mit dem Gerät selbst vorstellen würde. Der aktuelle Stand zeigt aber schon jetzt, worauf es hinauslaufen könnte. iPhone-Apps dürften also flexibler werden, die verfügbare Fläche sinnvoll nutzen und sich stärker wie iPad-Apps anfühlen, ohne einfach iPad-Apps zu sein.
Am Ende bedeutet das, wenn du dir ein faltbares Apple-Smartphone zulegen solltest, dass du dich auf eine Kombination aus klassischem iPhone und einem iPad freuen darfst. Die Apps könnten dir, sofern die Entwickler den Vorschlägen folgen, mehr Freiraum für deine Inhalte bieten und nicht nur einfach aufgeblasene iOS-Apps sein. Das Foldable könnte damit beispielsweise die Produktivität steigern oder – schlicht durch den größeren Bildschirm – mehr Raum für Unterhaltung bieten.
