DSS wird abgeschaltet: Telekom ganz auf 5G

DSS wird abgeschaltet: Telekom ganz auf 5G

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Die Änderung klingt technisch. Sie hat aber eine einfache Folge. Das 2.100-MHz-Band wird nicht mehr zwischen LTE und 5G geteilt. Die Telekom setzt es nach eigenen Angaben nun gezielt für 5G ein. Bisher kam hier das Dynamic Spectrum Sharing (DSS) zum Einsatz. Dabei hat die Netztechnik flexibel entschieden, ob mehr LTE oder mehr 5G in einer Mobilfunkzelle benötigt wird. Für dich bedeutet die Änderung: 5G soll künftig stabiler laufen, vor allem dort, wo viele Menschen gleichzeitig surfen, aber 5G mit 3,6-GHz-Frequenzen noch nicht ausgebaut ist. LTE verschwindet durch die Änderung nicht. Es verliert aber an dieser Stelle einen Teil seiner bisherigen Flexibilität und auch Kapazität.

Das steckt hinter der Änderung

Dynamic Spectrum Sharing war eine Starthilfe für 5G. Die Technik erlaubt es, ein Frequenzband gleichzeitig für LTE und 5G zu nutzen. Das half der Telekom beim schnellen 5G-Ausbau. Sie musste nicht überall sofort neue Frequenzen exklusiv für 5G freiräumen. Stattdessen konnte sie vorhandene Technik weiterverwenden.

Jetzt dreht der Netzbetreiber diese Logik um. Laut Deutscher Telekom ist 5G inzwischen für viele Kunden Standard. Alexander Jenbar, CTO der Telekom Deutschland, ordnet die Änderung entsprechend ein: DSS habe geholfen, 5G schnell in die Fläche zu bringen. Nun nutze man das 2.100-MHz-Spektrum vollständig für 5G.

Warum LTE trotzdem nicht einfach schlechter wird

Wenn du noch kein 5G-Handy oder keinen 5G-Tarif im Telekom-Netz hast, musst du dir aber trotzdem keine großen Sorgen machen. Denn LTE bleibt im Telekom-Netz weiterhin wichtig. Es läuft unter anderem auf 800 MHz, 900 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz mit entsprechenden Kapazitäten. Allerdings haben Tests der inside digital-Redaktion in den vergangenen Monaten vor allem an Hotspots wie beispielsweise dem Münchner Hauptbahnhof den einen oder anderen Kapazitätsengpass ergeben.

In der Praxis dürften die wenigsten Telekom-Nutzer den Schritt der Telekom unmittelbar bemerken. Die Handys entscheiden zusammen mit dem Netz selbstständig, auf welchen Frequenzen sie kommunizieren. Ältere LTE-Handys fallen durch die Änderung nicht aus dem Netz. Sie nutzen weiter die übrigen LTE-Frequenzen. Allerdings hängt die tatsächliche Leistung immer vom Standort, vom Gerät, vom Tarif und von der Netzauslastung ab.

So sortiert die Telekom ihre Frequenzen neu

Generell steht die Telekom aber mitten in der Umsortierung ihrer Frequenzen, um ein sogenanntes Ultra-Kapazitätsnetz zu schaffen. Dabei gilt stets: Niedrige Frequenzen sorgen für Reichweite und für die Versorgung von Gebäuden von außen. Höhere Frequenzen liefern mehr Leistung. 90 Prozent der Standorte bieten künftig eine Download-Kapazität von 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) pro Zelle, also pro Antennensegment.

700 MHz (5G), 800 MHz (LTE) und 900 MHz (GSM/LTE) bilden die Basis. Diese Bereiche reichen weit und kommen besser durch Wände. Sie sind wichtig für Flächen, Dörfer, Straßen und Gebäudeversorgung. Alle Standorte sollen diese drei Frequenzen bekommen, was sich vor allem durch mehr 5G auf dem Land und in Gebäuden bemerkbar machen wird.

1.500 MHz, 1.800 MHz (jeweils LTE) und 2.100 MHz (künftig nur 5G) bringen mehr Kapazität. Sie eignen sich für höhere Datenraten und eine bessere Reaktion des Netzes. Genau hier fällt die DSS-Abschaltung im 2.100-MHz-Band ins Gewicht. 90 Prozent der Standorte sollen diese Frequenzen bekommen.

3,6 GHz (5G) kommt gezielt dort zum Einsatz, wo sehr viel Datenverkehr entsteht. Das betrifft etwa Verkehrsknotenpunkte und stark frequentierte Orte. Diese Frequenz liefert hohes Tempo, reicht aber weniger weit.

GSM-Netz verschwindet 2028

Dieser jetzt von der Telekom angekündigte Schritt ist nur der erste von vielen weiteren Netzumbauten. So wird 2028 das GSM-Netz verschwinden und somit werden weitere 900-MHz-Frequenzen frei. Aktuell setzt die Telekom in einem großen Teil des Spektrums bereits LTE ein. Ob es dabei bleibt oder in diesem Zuge dann 2028 auch hier 5G zum Tragen kommt, muss abgewartet werden. Schon jetzt, so wurde vor Kurzem bekannt, verschwindet bei allen Netzbetreibern bereits das GSM-Netz an einzelnen Sendern im Bestandsnetz.

Frequenzbereich Anbieter gepaartes Spektrum Netzstandard Zuteilungsdauer
700 MHz Telekom 2 × 10 MHz 5G Band N28 31.12.2033
Vodafone 2 × 10 MHz LTE Band 28, 5G Band N28 im DSS-Verfahren 31.12.2033
Telefónica 2 × 10 MHz 5G Band N28 31.12.2033
800 MHz Telekom 2 × 10 MHz LTE Band 20 31.12.2030
Vodafone 2 × 10 MHz LTE Band 20 31.12.2030
Telefónica 2 × 10 MHz LTE Band 20 31.12.2030
900 MHz Telekom 2 × 15 MHz GSM & LTE Band 8 31.12.2033
Vodafone 2 × 10 MHz GSM & LTE Band 8 31.12.2033
Telefónica 2 × 10 MHz GSM & LTE Band 8 31.12.2033
1500 MHz Telekom 1 × 10 MHz (ungepaart) LTE Band 32 31.12.2033
Vodafone 1 × 10 MHz (ungepaart) LTE Band 32 31.12.2033
1800 MHz Telekom 2 × 30 MHz LTE Band 3 teilweise 31.12.2033, teilweise 31.12.2030
Vodafone 2 × 25 MHz LTE Band 3 / 5G N3 im DSS-Verfahren 31.12.2033
Telefónica 2 × 20 MHz LTE Band 3 / 5G N3 im DSS-Verfahren teilweise 31.12.2033, teilweise 31.12.2030
2100 MHz Telekom 2 x 20 MHz 5G N1 31.12.2040
Vodafone 2 x 20 MHz LTE Band 1 31.12.2040
Telefónica 2 x 10 MHz LTE Band 1 31.12.2040
1&1 2 x 10 MHz LTE Band 1 / 5G N1 im DSS-Verfahren 31.12.2040
2600 MHz Telekom 2 × 20 MHz LTE Band 7 31.12.2030
Vodafone 2 × 20 MHz LTE Band 7 31.12.2030
Telefónica 2 × 20 MHz LTE Band 7 31.12.2030
1&1 (Überlassung von Telefónica) 2 × 10 MHz LTE Band 7 31.12.2030
2600 MHz Telekom 5 MHz ungepaart LTE Band 38 31.12.2025 ausgelaufen
Vodafone 25 MHz ungepaart LTE Band 38 31.12.2025 ausgelaufen
Telefónica 20 MHz ungepaart LTE Band 38 31.12.2025 ausgelaufen
3400 – 3700 MHz Telekom 90 MHz 5G Band N78 2040
Vodafone 90 MHz 5G Band N78 2040
Telefónica 70 MHz 5G Band N78 2040
1&1 50 MHz 5G Band N78 2040
3700 – 3800 MHz Industrieunternehmen 100 MHz 5G Band N78 Vergabe per Antrag
26 GHz offen  offen 5G Band N85 Vergabe per Antrag
60 GHz offen offen 5G Vergabe offen

Mobiltelefone liegen auf einem Tisch vor einem Sendemast

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Autor

  • Sou criador do MdroidTech, especialista em tecnologia, aplicativos, jogos e tendências do mundo digital. Com anos de experiência testando dispositivos e softwares, compartilha análises, tutoriais e notícias para ajudar usuários a aproveitarem ao máximo seus aparelhos. Apaixonado por inovação, mantém o compromisso de entregar conteúdo original, confiável e fácil de entender