Er heißt jetzt Nummer Sieben. Und er ist nicht nur ein simples Facelift, sondern ein konsequenter Neuanfang, die nächste Generation eines Bestsellers. Mit dem DS N°7 setzt die Pariser Premiummarke aus dem Stellantis-Konzern alles auf eine Karte. Nicht ohne Grund: Von den 2.781 DS-Neuzulassungen, die 2025 in Deutschland verzeichnet wurden, entfielen allein 2.017 Einheiten auf den Vorgänger DS 7. Das ist ein Anteil von knapp 73 Prozent. Global waren es rund 50 Prozent. Scheitert das neue Modell, wackelt unter Umständen die gesamte Marke.
DS N°7: Gewachsen, aber nicht fett geworden
Äußerlich macht der DS N°7 sofort klar, dass hier kein halbherziges Update am Werk war. Die Länge wuchs auf 4,66 Meter. Das bedeutet ein Plus von rund sieben Zentimetern. Und der Radstand verlängerte sich um fünf Zentimeter auf 2,79 Meter. Zwar bieten andere hochpreisige E-Autos teilweise noch mehr, doch DS wagt sich hier in Regionen vor, die sich sehen lassen können.

Das Design folgt mit der modernen Front, schmalen LED-Scheinwerfern und vertikalen LED-Tagfahrlichtleisten in Säbelzahn-Optik der aktuellen Formensprache der Marke und sorgt für einen visuellen Schulterschluss zum aktuellen Flaggschiff der Marke, dem DS N°8 (Test). Wer den großen Bruder kennt, erkennt die Verwandtschaft sofort: nicht nur wegen des elegant beleuchteten Kühlergrills. Auch die Heckleuchten, die die Front optisch zitieren, sich charakteristisch. Das polarisiert, keine Frage. Aber es ist konsequent, und das verdient Respekt.
Das Beeindruckendste am DS N°7 bleibt die Entschlossenheit, mit der das Fahrzeug modernisiert wurde. Besonders auffällig: die massive, nahezu senkrecht stehende Front und die harte Abrisskante am Heck. Sie lässt den Wagen in der Rückansicht sehr breit und bullig erscheinen. DS zeigt, was fertigungstechnisch möglich ist und lässt keine Gelegenheit aus, das auch zu demonstrieren. Zum Beispiel auch bei der Lackierung, die im Duoton mit zweifarbiger Motorhaube möglich ist. Edel! Bei den Reifen besteht die Wahl zwischen 18, 19, 20 und 21 Zoll, ein Panoramaglasdach gibt es optional.

Innenraum: Viel Licht, ein kleiner Schatten
Im Innenraum empfängt die Insassen das bereits vom DS N°8 bekannte Cockpit. Zu den unverwechselbaren Gestaltungsmerkmalen gehören das Lenkrad mit Speichen im X-Design und das breite Infotainment-Display mit 16 Zoll Bildschirmdiagonale. Edel verarbeitetes Leder, gebürstete Aluminiumelemente, feine Nähte und Stickereien: DS nennt das nicht zu Unrecht “Pariser Eleganz und feinste Handwerkskunst”.
Im sichtbaren Bereich punktet die hochwertige Verarbeitung. Das Platzangebot hinten ist ordentlich, aber nicht opulent: Die Sitzbank ist recht flach über dem Boden montiert, langgewachsene Passagiere müssen die Beine recht stark anwinkeln, was auf Langstrecken den Komfort mit der Zeit einschränken kann. Eine Sitzprobe zeigte aber deutlich, dass dieses Auto auch auf den hinteren Plätzen designt wurde, um die freie Sicht nach draußen genießen zu können.
Viel Platz auf den vorderen Plätzen
Vorne ist aber klar zu spüren, dass es sich um ein E-Auto handelt, bei dem Komfort für eine lange Reise im Mittelpunkt steht. Mit viel Kopf- und Beinfreiheit. Gänge lassen sich über einen Schalter an der Mittelkonsole einlegen, auch ein Schalter für die Fahrmodi (Eco, Normal, Sport) ist hier zu finden. Dass sich Stellantis an der Mittelkonsole für schnöde Plastikschalter entschieden hat, die gar nicht zum Premiumanspruch des Autos passen, ist etwas enttäuschend.

Umso erfreulicher, dass der Wagen auch im Kofferraum viel Platz bietet. Das Kofferraumvolumen liegt bei bis zu 560 Litern. Stattlich und auf dem Niveau eines Skoda Enyaq (Test). Legt man die Rücksitze um, entsteht eine fast ebene Ladefläche mit potenziell viel Platz auch für einen mitreisenden Hund. Einen Frunk unter der Fronthaube gibt es nicht.

Das Infotainmentsystem integriert ChatGPT und bietet einen Split-Screen, der gleichzeitig Navi-Karte, Audioinformationen und Klimafunktionen anzeigt. Klingt gut? Ist es auch. Aber: Der potenzielle Käufer sollte sich bei der Einarbeitung in das Infotainmentsystem etwas mehr Zeit nehmen, da DS einzelne Funktionen teilweise tief in die Menüs integriert.
Wer Musik liebt, dürfte sich über das optionale Focal-Soundsystem mit 14 Lautsprechern und Subwoofer samt 690 Watt und 3D-Klang durch Dachlautsprecher freuen. Serienmäßig sind acht Boxen an Bord.

Vier Antriebe, ein Versprechen
Das Antriebsangebot ist breit. Im günstigsten Fall kannst du dich für einen Mildhybrid entscheiden. Also für einen Dreizylinder-Benziner, der von einem im Gehäuse des Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes platzierten Elektromotor mit unterstützt wird. Systemleistung: 107 kW / 145 PS. Der WLTP-Verbrauch soll bei 5,3 Litern auf 100 Kilometer liegen – und dank des 55-Liter-Tanks sind rein rechnerisch bis zu 1.040 Kilometer Reichweite möglich.
Bei den Elektrovarianten, die alle mit dem Kürzel “E-Tense” unterwegs sind, stehen drei Versionen bereit. Der Basisstromer mit Frontantrieb (169 kW / 230 PS) und 74-kWh-Akku soll bis zu 543 Kilometer weit kommen. Im Long-Range-Modell mit Frontantrieb stehen 97 kWh Strom zur Verfügung, der Motor kommt auf 180 kW / 245 PS. Und mit dieser Version sind bis zu 740 Kilometer nach WLTP-Norm möglich. Auf der Autobahn soll es für bis zu 480 Kilometer reichen – bei gemäßigtem Tempo. Mit einem Stopp von München bis nach Hamburg reisen? Mit diesem E-Auto kein Problem, verspricht der Hersteller. Die Topversion mit Allradantrieb leistet 257 kW / 350 PS und soll auf WLTP-Basis noch 679 Kilometer weit kommen.

Leider nur 400-Volt-Technik
Aufladung? Flott, aber nicht im Highendbereich. Wegen der 400-Volt-Architektur, auf der die Stromr basieren, liefern die DS-Modelle maximal 160 kW. DS verspricht aber, dass diese volle Ladeleistung im Bereich zwischen 20 und 55 Prozent Füllstand weitestgehend stabil gehalten wird.
Eine Aufladung von 20 auf 80 Prozent soll unter optimalen Bedingungen in 27 Minuten abgeschlossen sein, was auf der Autobahn rund 300 Kilometer zusätzliche Reichweite bedeutet. In zehn Minuten soll sich 200 Kilometer zusätzliche Reichweite über den Ladeanschluss hinten links nachladen lassen. Für den einen oder anderen Ausflug reicht das vollkommen aus. Für Vielfahrer auf der Langstrecke bleibt die fehlende 800-Volt-Architektur jedoch ein Argument der Konkurrenz.
Fahrwerk und Assistenzsysteme
Mehr geht immer? Stimmt! Auch bei DS: In den höheren Ausstattungslinien ist unter anderem das “DS Active Scan”-Fahrwerk enthalten, das Informationen einer Kamera für die adaptive Steuerung der Dämpfer verarbeitet und die Abstimmung des Fahrwerks sozusagen in Echtzeit regelt. Ob das im Fahrbetrieb so geschmeidig funktioniert wie versprochen, konnten wir bei der statischen Premiere des DS N°7 noch nicht prüfen. Das muss ein späterer Test unter Fahrbedingungen zeigen, bei dem wir dann auch den One-Pedal-Modus und die drei Rekuperationsstufen testen können, die sich über Schaltwippen hinter dem Lenkrad einstellen lassen. Optional gibt es zudem eine Infrarot-Nachtsichtkamera, einen digitalen Rückspiegel, ein erweitertes Head-up-Display und einen halbautomatischen Spurwechselassistenten.

Selbstbewusstsein hat seinen Preis
Bleibt natürlich noch die Frage nach den Kosten. Und hier zeigt sich, dass der Premiumanspruch dieses E-Autos durchaus seinen Preis hat. Der DS N°7 Hybrid 145 startet bei 47.700 Euro, der vollelektrische DS N°7 E-Tense FWD bei 56.300 Euro. Doch die Basisvariante interessiert vergleichsweise wenige DS‑Käufer. Viele Käufer setzen auf höherwertigere Ausstattungen. Frei nach dem Motto: Wenn ich mich für DS entscheide, dann richtig.
Was heißt das mit Blick auf die neue “Nummer 7”? Die Long-Range-Variante mit vollelektrischem Antrieb steht demnächst ab 61.700 Euro beim Händler. Und die Allradvariante, mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,4 Sekunden ebenfalls kein High-Performance-Auto, beginnt bei 66.600 Euro. In den Topversionen ergibt sich eine Preisspanne von 58.600 Euro für den Hybrid bis 78.450 Euro für den E-Tense AWD Long Range.
Das ist mutig positioniert und setzt den DS N°7 in direkten Wettbewerb mit deutlich bekannteren Namen wie dem ebenfalls auf der STLA-Medium-Plattform stehenden Peugeot 5008, dem Opel Grandland oder – aus anderem Hause – dem Volvo XC60. Wer auf der Suche nach dem hundertsten grauen Vernunft-SUV ist, wird woanders glücklich. Wer ein Auto sucht, das eine eigene Designsprache spricht und sich nicht um Massentauglichkeit schert, hat mit dem DS N°7 eine echte Alternative gefunden.

Der Marktstart ist für Herbst 2026 geplant, der Bestellstart steht laut DS aber schon in wenigen Wochen bevor. Zum Jahresende hin darf der DS N°7 also zeigen, ob der Anspruch auf der Straße hält, was er auf dem Papier verspricht. Und für alle, die es interessiert: Satte 89 Prozent der im Auto verbauten Komponenten stammen aus europäischer Fertigung. Gebaut wird der DS N°7 im italienischen Stellantis-Werk in Melfi.

Auch wenn ich noch nicht losfahren durfte, ich hätte es am liebsten sofort getan. Der DS N°7 punktet mit vielen, kleinen Besonderheiten. Dieses E-Auto will auffallen – und tut es, ohne dabei zu laut zu brüllen. Schon jetzt darf man sich auf den ersten Ausflug mit diesem neuen SUV freuen.