Gute Nachrichten für alle, die im O2-Netz surfen

Gute Nachrichten für alle, die im O2-Netz surfen

Eigentlich könnte es für den spanischen Netzbetreiber Telefónica kaum besser laufen. In Spanien und Brasilien lief das vergangene Quartal mehr als ordentlich. Doch dann gibt es da ja noch das Deutschlandgeschäft von Telefónica O2. Und dort sieht die Lage weiter düster aus. Der Wegfall des Großkunden 1&1 reißt weiterhin ein tiefes Loch in Umsatz und Ergebnis. Ein hartes Sparprogramm soll die Schieflage jetzt endgültig korrigieren.

Deutschland bleibt ein Sorgenkind

Während der spanische Telefónica-Konzern beim Umsatz im zweiten Quartal des laufenden Jahres konzernweit um 3 Prozent auf knapp 8,3 Milliarden Euro zulegte und das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) sogar um 6,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro kletterte, zeigt die Deutschland-Sparte genau in die andere Richtung. Der Umsatz von O2 Telefónica rutschte im Jahresvergleich um 11,1 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro ab. Davon steuerte das Mobilfunkgeschäft knapp 1,6 Milliarden Euro bei. Das operative Ergebnis fiel um 7,2 Prozent auf etwa 592 Millionen Euro.

Unter den vier Kernmärkten des Konzerns – Spanien, Brasilien, Großbritannien und Deutschland – ist die Bundesrepublik damit klar das Sorgenkind: der Markt, der am deutlichsten gegen den Konzerntrend läuft. Beim reinen Umsatzanteil rangiert Deutschland dagegen im Mittelfeld – im ersten Halbjahr kamen 40 Prozent des Konzernumsatzes aus Spanien, 31 Prozent aus Brasilien und 23 Prozent aus Deutschland. Das britische Geschäft betreibt Telefónica als Gemeinschaftsunternehmen (Virgin Media O2) und rechnet es nicht in gleicher Weise in den Konzernumsatz ein; es steckt in den übrigen rund sechs Prozent.

Warum O2 der Verlust von 1&1 so wehtut

Der Hauptgrund für die Talfahrt ist schnell erklärt und sitzt tief: O2 hat mit 1&1 einen jahrelangen Dauergast im eigenen Netz verloren. Der Anbieter hatte sich über Jahre in das O2-Netz eingemietet und dafür regelmäßig eine Art Nutzungsmiete gezahlt. O2 konnte also auf ein bequemes Wholesale-Geschäft mit ordentlichen Margen blicken. 2024 entschied sich 1&1 aber zu einem Netzwechsel. Weg von Telefónica hin zu Vodafone. Bis Ende 2025 wanderten rund zwölf Millionen Handykunden ins Vodafone-Netz. Dieser Aderlass fehlt nun Quartal für Quartal in der Kasse. Und er wird O2 auch noch eine Weile begleiten.

Sparprogramm mit Kollateralschäden

Um gegenzusteuern, greift der neue Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse, der Anfang 2026 den langjährigen Firmenlenker Markus Haas ablöste, zu drastischen Mitteln. Noch in diesem Jahr sollen 1.100 der zuletzt 6.820 Vollzeitstellen wegfallen. Also umgerechnet rund jeder sechste Arbeitsplatz. Der Abbau soll auf freiwilliger Basis über Abfindungen und Frühverrentungen laufen. Zusätzlich macht O2 gleich 60 seiner rund 800 Shops dicht. Für 2027 ist bereits eine zweite Sparrunde eingeplant, die nach aktuellem Stand der Dinge unter anderem Callcenter und Vertrieb treffen dürfte.

Erschwerend kommt hinzu: Auch ein schwaches Hardware-Geschäft belastet die Bilanz. Der Umsatz durch den Verkauf von Smartphones und anderen Endgeräten brach um rund ein Viertel ein. Auf zuletzt nur noch 304 Millionen Euro.

Haken für O2 ist Vorteil für die Kunden

Der Aderlass, der O2 bilanziell so schmerzt, hat für die eigenen Kunden aber eine angenehme Kehrseite. Denn mit den rund zwölf Millionen 1&1-Nutzern hat nicht nur ein zahlender Mieter das O2-Netz verlassen, es sind auch enorme Datenmengen abgewandert. Jedes gestreamte Video und jeder Download dieser Kunden lief zuvor über O2-Antennen. Fällt diese Last weg, bleibt für die verbliebenen O2-Kunden mehr Kapazität übrig. Gerade in dicht besiedelten Städten und zu Stoßzeiten, wo O2 in der Vergangenheit gern für überlastete Funkzellen kritisiert wurde, kann das spürbar für Entspannung sorgen. Ein garantiertes Tempoplus ist das zwar nicht, aber betriebswirtschaftlicher Verlust und Netzqualität laufen hier ausnahmsweise in entgegengesetzte Richtungen.

Und noch etwas darf man nicht vergessen: 1&1 ist O2 nicht einfach nur als Kunde abhandengekommen. Der Anbieter ist zum direkten Rivalen geworden. Ende 2025 stieg 1&1 offiziell vom bloßen Netz-Mieter zum vollwertigen vierten Netzbetreiber auf und funkt nur dort, wo das eigene 5G-Netz noch Lücken hat, über Vodafone. Deutschland hat damit erstmals seit 2015 wieder vier eigenständige Mobilfunknetze; damals war die Zahl geschrumpft, als Telefónica den Konkurrenten E-Plus schluckte. O2 hat also gleich doppelt verloren: die lukrativen Mieteinnahmen und einen früheren Partner, der jetzt selbst um Kunden kämpft.

Ein paar Lichtblicke – und viel Hoffnung auf 2027

Doch es gibt auch positive Signale, die wir an dieser Stelle nicht verschweigen möchten. Im wichtigen Vertragsgeschäft legte O2 im zweiten Quartal nämlich um 30.000 Kunden auf rund 18,06 Millionen zu. Dazu kommen 13,76 Millionen Prepaid-Kunden – rund 10.000 weniger als im Vorquartal. Auch bei SIM-Karten für die Maschinenkommunikation, etwa in Fahrzeugen, ging es bergauf, auch wenn O2 in diesem Feld weiter hinter Telekom und Vodafone zurückliegt. In Summe sind inzwischen 3,28 Millionen IoT-SIM-Karten im O2-Netz geschaltet. Hier lag das Quartalsplus bei 135.000 geschalteten SIM-Karten.

Und im Festnetz? Hier legte die Zahl der Breitband- und Festnetzkunden um jeweils 14.000 geschaltete Anschlüsse zu. Zum Stichtag Ende Juni konnte Telefónica in Deutschland auf 2,4 Millionen Breitband- und 2,3 Millionen Festnetzkunden blicken.

Trendwende im kommenden Jahr?

Die eigentliche Trendwende verschiebt das Management allerdings in die Zukunft. Finanzchef Markus Rolle stellte jüngst in Aussicht, dass O2 im Lauf des kommenden Jahres bei Umsatz und Betriebsergebnis wieder wachsen werde. Und dann könnten auch die Investitionen ins Netz wieder zulegen. Die waren zuletzt nämlich stark rückläufig, lagen im zweiten Quartal bei nur noch 181 Millionen Euro und damit 11,1 Prozent unterhalb des Volumens des gleichen Zeitraums des Vorjahres.

o2 Logo an einem Store im Regen.

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Alarmstufe Rot: O2 verliert erneut Millionen Kunden

O2 ist alles andere als ein hoffnungsloser Fall. Im Gegenteil. Der 1&1-Verlust war absehbar, und dass das Management jetzt hart gegensteuert, erscheint nachvollziehbar. Entscheidend ist nur das Tempo: Greift das Sparprogramm schnell und landet das Geld tatsächlich im Netzausbau statt nur in der Bilanzkosmetik, kann O2 gestärkt aus der Krise kommen. Die soliden Zahlen bei der Kundenentwicklung zeigen, dass die Tarife den Nerv der Nutzerschaft treffen. Verschleppt O2 den Umbau dagegen, wird 2027 nicht das Jahr der Trendwende, sondern das nächste Sorgenkind-Jahr.

Autor

  • Sou criador do MdroidTech, especialista em tecnologia, aplicativos, jogos e tendências do mundo digital. Com anos de experiência testando dispositivos e softwares, compartilha análises, tutoriais e notícias para ajudar usuários a aproveitarem ao máximo seus aparelhos. Apaixonado por inovação, mantém o compromisso de entregar conteúdo original, confiável e fácil de entender