Mova Lidax Ultra 1000 im Test

Mova Lidax Ultra 1000 im Test

Auf dem Datenblatt liest sich der Mova wie ein Premiumgerät: Die Navigation übernehmen ein 360-Grad-3D-LiDAR und eine KI-Kamera. Dazu gibt es einen Mähteller, der sich nach außen bewegen kann, um bis auf fünf Zentimeter an Kanten zu mähen. Und das alles bei einem Straßenpreis von 849 Euro. Klappt das wirklich in der Praxis?

Design und Einrichtung des Mova LiDAX Ultra 1000

Optisch hält sich Mova angenehm zurück. Das graue Gehäuse mit schwarzen Akzenten wirkt schlicht und hochwertig, ohne aufdringlich zu sein. Die Verarbeitung ist für diese Preisklasse vollkommen in Ordnung. Auf der Oberseite thront ein Lidar-Turm, der die 360-Grad-Navigation übernimmt.

Einen Vorteil bietet Mova bei der Inbetriebnahme: Es gibt kein Begrenzungskabel, keine RTK-Antenne und keine Stunden im Garten, in denen du einen Draht verlegen musst. Stattdessen stellst du die Ladestation auf und lädst den Roboter, bevor du mit ihm deine Gartenbegrenzungen abfährst. Die Einrichtung in der App ist genauso einfach. Hierfür benötigst du eine stabile WLAN-Verbindung, um den Roboter hinzuzufügen, und ein Firmware-Update herunterzuladen.

Mova LiDAX 1000 Ultra
Mova LiDAX Ultra 1000 Image source: Thomas Kern / inside digital

Auch wenn der Roboter in der Lage ist, automatisch eine Karte zu erstellen, empfehle ich dir, den Vorgang selbst vorzunehmen, da das Ergebnis nicht gut ist. Fairerweise muss man festhalten, dass noch kein Roboter diesbezüglich überzeugt hat. Beim manuellen Mapping zahlt sich das gleichmäßige Tempo des Roboters aus, wodurch eine präzise Erstellung der Karte möglich ist. Praktisch: Der Roboter verwaltet zwei unabhängige Karten. Somit kannst du deinen Vorder- und Hintergarten getrennt anlegen.

Gut gefällt mir in der App, dass Mova Nutzern viele Einstellungen rund um den Schnitt bietet. Du stellst die Schnitthöhe digital ein und kannst außerdem festlegen, ob die Mähscheibe an Kanten nach außen fahren soll. Mehr dazu im Laufe des Testberichts.

Screenshot aus der Movahome-App
Screenshot aus der Movahome-App Image source: Thomas Kern / inside digital

Mähleistung des Mova LiDAX Ultra 1000

Am Ende zählt für einen Mähroboter vor allem ein sauberes Schnittbild. Hier macht der Mova eine gute Figur: Grashalme werden sauber getrennt, das Ergebnis ist für die Preisklasse gleichmäßig. Die Schnitthöhe lässt sich in 0,5-cm-Schritten zwischen 3 und 10 Zentimetern einstellen. Damit deckt Mova einen größeren Höhenbereich ab als viele Mähroboter (Bestenliste), die meist bei 7 Zentimetern Schluss machen. Praktisch, wenn du deinen Rasen bewusst länger stehen lassen willst.

Beim Mähwerk setzt Mova auf einen Mähteller mit drei Klingen. Die Schnittbreite beträgt 20 cm. Das ist in dieser Preisklasse knapp bemessen. Denn der 799 Euro teure Roborock RockNeo Q105 (Test) bietet einen 22 Zentimeter breiten Schnitt. Selbst der 500 Euro teure RoboUp Raccoon 2 SE (zum Test) bietet 20 Zentimeter.

Auf weicherem oder unebenem Boden zeigt sich allerdings eine potenzielle Schwäche: Der Roboter wühlt sich auffällig oft in die Erde und hinterlässt tiefe Spuren im Rasen. Im Test habe ich mehrfach das Gefühl, dass er sich jeden Moment festfährt. Passiert ist es aber nicht. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass sich der Roboter festfährt, wenn du ihn zu früh nach dem Regenschauer losfahren lässt. Hierfür gibt es aber einen Regensensor, durch den er zur Station zurückkehrt, wenn es anfängt zu regnen.

Rückseite des Mova LiDAX 1000 Ultra
Rückseite des Mova LiDAX Ultra 1000 Image source: Thomas Kern / inside digital

Der Mova LiDAX Ultra 1000 besitzt einen Akku mit 4 Ah Kapazität. Eine konkrete Laufzeit in Minuten gibt Mova nicht an, dafür aber die Mähleistung: Im Standardmodus schafft der Roboter laut Hersteller bis zu 800 Quadratmeter in 24 Stunden, im Effizienzmodus bis zu 1.200 Quadratmeter. Geht der Akku zur Neige, fährt der Roboter selbstständig zur Ladestation und setzt anschließend dort fort, wo er aufgehört hat. Die Ladezeit beträgt im Test rund 60 Minuten. Für die angepeilten 1.000 Quadratmeter reicht eine einzige Akkuladung allerdings nicht aus – der Roboter muss mehrfach nachladen, was den Mähvorgang über mehrere Stunden streckt.

Das große Versprechen ist der Kantenschnitt. Und das hält der Mova LiDAX Ultra 1000 nicht. Wie schon erwähnt, soll der Roboter dank einer beweglichen Mähscheibe bis auf fünf Zentimeter an Wände, Hecken und Beetkanten mähen. Im Test merke ich allerdings nichts von dieser Technik. Im Gegenteil: Der Roboter lässt nämlich einen ziemlich großen Abstand von etwa 10 Zentimetern zur Kante. Wenn du viel Wert auf den Kantenschnitt legst, solltest du lieber einen Blick in unsere Übersicht werfen, welcher Mähroboter den besten Kantenschnitt bietet.

Navigation und Hinderniserkennung des Mova LiDAX Ultra 1000

Das Herzstück des Mova ist die kabellose Navigation per LiDAR, also per Laserscanner, unterstützt durch künstliche Intelligenz. Der große Vorteil dieser Technik: Sie funktioniert unabhängig von GPS-Empfang und Lichtverhältnissen. Der Roboter weiß also auch unter dichten Bäumen oder bei schlechtem Satellitensignal stets, wo er sich befindet. Ein Bereich, in dem reine RTK-Lösungen früher gerne gepatzt haben. Im Test klappt das wunderbar.

Navigation des Mova LiDAX 1000 Ultra
Navigation des Mova LiDAX Ultra 1000 Image source: Thomas Kern / inside digital

In der Praxis zieht der LiDAX Ultra 1000 ordentliche, parallele Bahnen und orientiert sich zuverlässig an der einmal angelegten Karte. Die Hinderniserkennung des Mova LiDAX Ultra 1000 ist nicht gut. Denn der Mähroboter übersieht große wie flache Gegenstände im Test und fährt gegen sie. Kurios ist dennoch, dass der Roboter Hindernisse in der App anzeigt – nachdem er sie über den Haufen gefahren hat.

Erkannte Objekte tauchen in der Karte auf, sodass man eigentlich nachvollziehen sollte, warum der Roboter einen Bogen gemacht hat, wenn er ihn denn gemacht hätte. Bei der mangelhaften Hinderniserkennung bin ich skeptisch, ob der Roboter in der Praxis einen Igel rechtzeitig erkennen würde. Fairerweise gibt es aber einen Tierschutzmodus in der App.

Integrierter Diebstahlschutz

Der Mova LiDAX Ultra 1000 nutzt die eingebaute Kamera zur Gartenüberwachung und schickt eine Push-Benachrichtigung aufs Smartphone, sobald sie eine Person im Garten erkennt. Über die App lässt sich sogar ein Live-Videobild abrufen und per Lautsprecher eine Ansage machen. Wird der Roboter angehoben, stoppt das Mähwerk sofort und eine Sirene ertönt. Zusätzlich ist der Mäher per PIN-Code gesperrt, sodass er für Diebe unbrauchbar wird.

Mova LiDAX 1000 Ultra
Mova LiDAX Ultra 1000 Image source: Thomas Kern / inside digital

Wer mehr will, kann ein optionales Link-Modul nachrüsten, das den Roboter per GPS über Google Maps ortet – auch ohne WLAN-Verbindung. Außerdem gibt es ein Fach für einen Apple AirTag, der eine zusätzliche Ortung über Apples „Wo ist?”-Netzwerk ermöglicht.

Fazit: Zu viele Makel für den Preis

Auf dem Papier wirkte der Mova LiDAX Ultra 1000 wie ein starkes Angebot. Navigation und Hinderniserkennung per Lidar und KI, kabellose Einrichtung ohne Begrenzungsdraht, ein Kantenschnitt-System, das deutlich teurere Konkurrenten herausfordern wollte. Allerdings kann davon nur wenig in der Praxis überzeugen. Ja, das Schnittbild ist solide und die App übersichtlich und mit zahlreichen Funktionen ausgestattet, allerdings kaschiert das nicht die schlechte Hinderniserkennung und den versprochenen Kantenschnitt durch ein Modul, das am Ende mehr Fragen als Antworten liefert. Preislich liegt der Mova LiDAX Ultra 1000 bei 849 Euro.

Wenn du nach einem Mähroboter für unter 1.000 Euro suchst, lohnt sich der Roborock RockNeo Q105 (Test) mehr. Dieser Mähroboter kostet 799 Euro, hat ein schwebendes Mähdeck, einen breiteren Mähteller und leistet sich kaum Patzer hinsichtlich der Hinderniserkennung. Zusätzlich gibt es für weitere 150 Euro ein Kantenschnittmodul, wodurch der Roboter bis zu drei Zentimeter an Kanten mäht.

Vorteile:

  • Flexible Schnitthöheneinstellung von 3 bis 10 cm
  • Einfache Einrichtung
  • Guter Rasenschnitt
  • Zahlreiche Möglichkeiten beim Diebstahlschutz

Nachteile:

  • Schlechte Hinderniserkennung
  • Großer Abstand zu Kanten
  • Wühlt viel in der Erde rum

Mähroboter: So hängt ein Hersteller etablierte Marken ab

Jetzt weiterlesen

Mähroboter: Wie ein Hersteller etablierte Marken abhängt

Mova verspricht beim LiDAX 1000 Ultra viele Dinge, die nicht gehalten werden. Unter anderem der gründliche Kantenschnitt bis auf fünf Zentimeter an Kanten. Leider ist der Abstand zu Kanten in der Praxis deutlich höher. Der Rasenschnitt ist dagegen solide und auch die App gefällt mit Übersichtlichkeit und zahlreichen Funktionen.

Unsere Redaktion testet Produkte nach festen redaktionellen Kriterien. Testgeräte stellt meist der Hersteller leihweise zur Verfügung — auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss. Über Affiliate-Links im Beitrag bekommen wir beim Kauf eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Autor

  • Sou criador do MdroidTech, especialista em tecnologia, aplicativos, jogos e tendências do mundo digital. Com anos de experiência testando dispositivos e softwares, compartilha análises, tutoriais e notícias para ajudar usuários a aproveitarem ao máximo seus aparelhos. Apaixonado por inovação, mantém o compromisso de entregar conteúdo original, confiável e fácil de entender