So teuer wird der Einkauf 2027

So teuer wird der Einkauf 2027

Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, dann sind Lebensmittel im Supermarkt im Durchschnitt um rund ein Drittel teurer geworden. Besonders stark sind die Preise für Schokolade, Kaffee und Eier gestiegen. Gleichzeitig können manche landwirtschaftliche Produkte wie Milch, Butter oder Schweinefleisch derzeit wieder günstiger hergestellt werden. Doch schon im Sommer und Herbst 2026 droht die nächste Preiswelle. Der Grund liegt vor allem in den geopolitischen Spannungen, etwa rund um den Konflikt mit dem Iran. Sie treiben die Preise für Öl und Kraftstoffe erneut nach oben. Weil dadurch Transport, Logistik und Verpackungen teurer werden, haben große Konzerne wie Unilever oder Henkel bereits angekündigt, ihre Preise im zweiten Halbjahr 2026 um durchschnittlich zwei bis zehn Prozent anzuheben.

Und ab 2027 dürfte der Einkauf im Supermarkt noch einmal deutlich teurer werden. Dann greifen neue Abgaben und höhere Steuern. Geplant sind unter anderem eine Plastiksteuer, eine Zuckersteuer sowie höhere Belastungen auf Genussmittel. Was das für den Wocheneinkauf bedeutet? Wir haben nachgerechnet.

Was wird 2027 zur Teuerung beitragen?

Dem Staat fehlt Geld. Deshalb hat Finanzminister Lars Klingbeil seine Ministerien angewiesen, Milliarden einzusparen. Umweltminister Carsten Schneider plant deshalb eine neue Plastiksteuer. Gesundheitsministerin Nina Warken soll zusätzlich eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke wie Cola oder Limonade vorbereiten. Experten schlagen vor, den Preis pro Dose um 13 Cent anzuheben. Aus 75 Cent würden dann 88 Cent werden. Hinzu kommen bereits beschlossene Steuererhöhungen auf Genussmittel. Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Bier, Wein, Schnaps und Zigaretten dürften spätestens 2027 erneut teurer werden.

Was im typischen Einkaufswagen landet

Verbraucherschutzorganisationen arbeiten regelmäßig mit sogenannten Muster-Warenkörben. Darin stecken ganz normale Alltagsprodukte, wie sie Millionen Menschen jede Woche kaufen. Gerade deshalb zeigen diese Warenkörbe ziemlich genau, wie stark sich das Leben verteuert. Zu den 50 bis 60 Basisprodukten in einem Muster-Warenkorb gehören Lebensmittel wie:

  • Brot
  • Nudeln
  • Milch
  • Käse
  • Joghurt
  • Salami
  • Eier
  • Hackfleisch
  • Kartoffeln
  • Gurken
  • Salat
  • Äpfel
  • Bananen
  • Schokolade
  • Chips
  • Kaffee
  • Mineralwasser
  • Limonade
  • Bier

Die geplante EU-Plastikabgabe, die ab Januar 2027 greifen soll, richtet sich direkt gegen Verpackungen. Bislang zahlt der Staat die Milliardenbeträge an die EU aus dem Haushalt. Künftig sollen die Hersteller dafür aufkommen. Dass sie die zusätzlichen Kosten an Handel und Kunden weiterreichen werden, gilt als sehr wahrscheinlich.

Die Bundesregierung orientiert sich dabei an dem Betrag, den Deutschland derzeit selbst an die EU überweist: Geplant sind 80 Cent pro Kilogramm Kunststoffverpackungen. Weil Verpackungen oft nur wenige Gramm wiegen, wirken die Preissteigerungen pro Produkt zunächst harmlos. Erst beim gesamten Einkauf zeigt sich die eigentliche Summe.

Wie viel Plastik in einem Wocheneinkauf steckt

Nicht jedes der 55 Produkte ist in Plastik gehüllt. Eier und Mehl stecken in Karton oder Papier, Bananen und Blumenkohl kommen ohne Hülle aus. Dennoch bleibt eine beachtliche Menge übrig. Teilen wir die verpackten Produkte logisch auf:

  • Schwere Kunststoffverpackungen und Flaschen (ca. 15 bis 35 g pro Produkt): Hierzu zählen PET-Flaschen (Wasser, Cola, Speiseöl), Squeeze-Flaschen (Ketchup), feste Kunststoffschalen (Hackfleisch, Hähnchen, Käse- und Schinkenscheiben) sowie Becher mit Deckel (Joghurt, Quark, Frischkäse). Gewicht für diesen Anteil: ca. 310 Gramm.
  • Dünne Folien, Tüten und Netze (ca. 2 bis 12 g pro Produkt): Dazu gehören Nudeltüten, der Toastbrotbeutel, Kartoffel-, Zwiebel- und Orangennetze, die Einschweißfolie der Gurke, die Schale der Weintrauben und TK-Gemüsetüten. Gewicht für diesen Anteil: ca. 80 Gramm.

Zusammengerechnet wiegen die Kunststoffverpackungen eines einmaligen Basiseinkaufs rund 390 Gramm Plastik. Nimmt man das ermittelte Gesamtgewicht der Verpackungen und rechnet die 80 Cent pro Kilo (0,0008 Euro pro Gramm) dagegen, ergibt sich: 390 Gramm × 0,0008 Euro = 0,312 Euro

So viel teurer macht die Plastiksteuer den Einkauf

31 Cent wirken an der Kasse zunächst überschaubar. Doch ein einzelner Wocheneinkauf deckt natürlich nicht den gesamten Monatsbedarf ab. Wasser, Brot, Milch, Gemüse oder Fleisch werden mehrfach gekauft. Produkte wie Ketchup oder Salz dagegen nur selten.

Wie stark sich die Kosten tatsächlich summieren, zeigen Daten des Umweltbundesamts. Demnach verursacht ein Verbraucher in Deutschland pro Jahr durchschnittlich etwa 32 bis 38 Kilogramm Plastikverpackungsmüll im privaten Bereich. Der größte Teil entfällt auf Lebensmittel und Drogerieprodukte. Auf den Monat heruntergebrochen bedeutet das:

  • Plastikmüll pro Person/Monat: ca. 2,7 bis 3,1 kg Kunststoffverpackungen
  • Die Monatsrechnung: 3 kg Plastik × 0,80 Euro = ca. 2,40 Euro bis 2,55 Euro zusätzliche Kosten pro Monat und Person

Bei einer Plastikabgabe von 80 Cent pro Kilogramm ergeben sich dadurch zusätzliche Kosten von etwa 2,40 bis 2,55 Euro im Monat pro Person. Hochgerechnet aufs Jahr zahlt eine Einzelperson damit rund 30 Euro mehr. Für eine vierköpfige Familie wären es etwa 120 Euro zusätzlich.

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Das Ergebnis deckt sich mit Hochrechnungen von Verbraucherschützern und Wirtschaftsinstituten. Die gehen davon aus, dass die Plastikabgabe bei einer vollständigen Weitergabe an die Endkunden zu einer Mehrbelastung von etwa 30 bis 40 Euro pro Person und Jahr führt.

Hinzu kommt ein Effekt, den viele Kunden aus dem Supermarkt längst kennen: Händler und Hersteller runden Preissteigerungen oft großzügig auf. Aus wenigen Cent zusätzlicher Belastung werden im Regal schnell fünf oder zehn Cent mehr.

Zuckersteuer macht Getränke teurer

In Deutschland trinken Menschen im Schnitt mehr als 115 Liter Erfrischungsgetränke pro Jahr. Zieht man Light-Produkte und Säfte ab, bleiben rund 65 Liter klassische Softdrinks mit Zucker übrig – also genau jene Getränke, die künftig unter die neue Steuer fallen würden.

Im Muster-Warenkorb steckt eine 1,5-Liter-Flasche Cola oder Limonade. Rechnet man die vorgeschlagenen 13 Cent Steuer pro Dose hoch, entstehen Mehrkosten von etwa 4,60 Euro pro Person und Monat. Das wären rund 55 Euro zusätzlich im Jahr. Für eine vierköpfige Familie summiert sich der Aufpreis für Cola oder Fanta auf mehr als 220 Euro jährlich.

Alkohol und Zigaretten: Steuern lassen Preise explodieren

Die Tabaksteuer ist bereits Anfang 2026 gestiegen. Seitdem gehen pro Zigarette 12,28 Cent direkt an den Staat. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Bundesregierung hat bereits die nächste Erhöhung angekündigt. Im Herbst sollen die Preise um weitere 13 bis 15 Prozent steigen, Anfang 2027 folgt der nächste Schritt mit rund fünf Prozent zusätzlich.

Wer im Durchschnitt 15 Zigaretten pro Tag raucht, muss dadurch 2027 mit rund 40 Euro Mehrkosten im Monat rechnen. Hochgerechnet aufs Jahr sind das fast 500 Euro zusätzlich.

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Auch bei Alkohol drohen höhere Preise. Aktuell liegt die Steuer pro Liter reinem Alkohol bei 13,03 Euro. Vorschläge aus der Finanzkommission Gesundheit sehen vor, diesen Betrag 2027 um weitere 5,50 Euro anzuheben. Für das Bier im Muster-Warenkorb würde das konkret bedeuten: rund 13,75 Cent mehr pro 0,5-Liter-Flasche oder gut 54 Cent zusätzlich pro Sixpack.

Noch deutlicher wird die Belastung beim durchschnittlichen Konsum. In Deutschland trinken Menschen pro Jahr etwa 88 Liter Bier. Weil inzwischen knapp neun Prozent alkoholfrei sind, bleiben rund 80 Liter steuerpflichtiges Bier übrig. Allein dadurch würden Verbraucher 2027 im Schnitt rund 22 Euro mehr pro Jahr zahlen.

Der Supermarkt wird nur der Anfang sein

Lassen wir Zigaretten und Bier aus der Rechnung heraus, müssen sich die Deutschen darauf vorbereiten, dass sich der Einkauf im Supermarkt 2027 um mindestens 40 Euro pro Person und Monat verteuert. Wer raucht und durchschnittlich viel Bier trinkt, für den erhöhen sich die monatlichen Ausgaben um weitere gut 40 Euro. Doch das wird 2027 noch nicht alles sein.

Doch die Preissteigerungen enden nicht im Supermarkt. Auch die Zuzahlungen für Medikamente werden steigen. Sprit und Gas werden voraussichtlich teurer, ebenso viele Dienstleistungen. Die Deutsche Bahn hat zwar angekündigt, die Preise im Fernverkehr bis Mai 2027 stabil zu halten. Danach rechnen Branchenbeobachter allerdings wieder mit Erhöhungen.

Auch das Deutschlandticket wird künftig automatisch an steigende Lohn- und Energiekosten gekoppelt. Damit dürfte der Preis Schritt für Schritt anziehen. Und selbst zu Hause wird Sparen schwieriger. Streamingdienste wie Netflix erhöhen ihre Preise bereits regelmäßig – und vieles spricht dafür, dass sich daran auch 2027 nichts ändern wird.

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